Boca Chica liegt ca. 30 km westlich von San Pedro und ebenfalls ca. 30 km östlich der Hauptstadt Santo Domingo. Das frühere Fischerdorf liegt an einer 2 km grossen Bucht.
Die Bucht wird durch ein vorgelagertes Riff vom Meer abgegrenzt. Dadurch ist der Wasserstand sehr niedrig. Wer schwimmen will muss weit ins Meer laufen.
Die meisten Reiseführer schreiben, es sei nirgends tiefer als 1,60 m, was aber nicht stimmt. Eine Fahrrinne zieht sich vor den 2 Inselchen quer durch die Bucht zur Bootsanlegestelle und weiter bis zum Hamaca-Hotel, welches am östlichen Ende des Strandes zu finden ist. Der kurze westliche Abschnitt des Strandes ist ein wenig felsig und gehört schon zum Vorort San Andres. An der Marina von San Andres hört der Strand auf. Dahinter befindet sich die Zuckerfabrik, welche geschlossen ist, da sie vom im Bau befindlichen Mega Puerto aufgekauft wurde. Mega Puerto zieht sich an der Halbinsel des Flughafens entlang. Nicht gerade schön anzusehen sind die vielen Lastkräne, welche die einlaufenden Containerschiffe entladen. Die Spitze „krönt„ ein grosser runder Tank. Zum Glück für den herrlichen Boca Chica Strand verläuft die Meeresströmung ungefähr vom Hamaca-Hotel quer durch die Bucht und geht an den Kränen wieder zurück ins Meer. Somit bleibt der Strand unbelastet und sauber. Am Strand reihen sich zahlreiche Restaurants, unterbrochen von Hotelstränden (die aber, mit Ausnahme des Strandes des Hamaca-Hotels, nie bis ans Wasser reichen) aneinander. Alle vermieten Liegestühle, Sonnenschirme, Tische und Stühle. Auch Wassersportangebote finden sich reichlich. Essen und Trinken ist am Strand teurer als in der Stadt. Die Preis- und Lärmgrenze verläuft quasi quer zum Strand. Je näher am Strand, desto teurer und lauter, je weiter weg, desto preiswerter und ruhiger. Die Parallelstrasse zum Strand (Calle Duarte) ist die „Flaniermeile„ des Städtchens. Die Strasse wird abends abgesperrt und die Restaurants, Snack-Bars und Bars stellen Tische und Stühle auf die Strasse. Hier spielt sich das meiste Nachtleben ab. Das soll aber nicht heissen, dass es in anderen Strassen kein Nachtleben gibt. Jeder kann hier seinen Platz finden. Der Eine mag es gerne etwas lauter und quirliger, der Andere mag es lieber einen Touch ruhiger. Es ist für jeden Geschmack etwas dabei. Der Ort ist nicht gross, man hat ihn in ein paar Tagen erkundet und jeder findet „seinen„ Platz. Genau so gut kann man sich auch an einen Colmado setzen (Stühle gibt es gratis, nur keine Tische) und dort bei einem Bier, Rum oder Saft die Dominikaner beim Einkaufen und Erzählen beobachten.
Oft wird man in ein Gespräch verwickelt. Spricht man kaum Spanisch, wird mit Händen und Füssen, mit englischen, spanischen und deutschen Brocken weiter geholfen.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich die meisten Einheimischen über Europäer freuen, die den Kontakt zu ihnen suchen und sich auch nicht scheuen, sich mal an einen Colmado zu setzen. Wer das nicht möchte, der findet auch ein reichliches Angebot an europäischen Läden, nicht nur in der Calle Duarte, sondern verstreut im ganzen Städtchen. Hier ein kleines Restaurant, dort eine Eisdiele und sogar einen Comedor einer Schweizerin gibt es. Comedor heissen die „Restaurants„, welche dominikanisches Essen verkaufen. Ab ca. 1,5 Euro kann man durchaus eine gute Mahlzeit bekommen.
Ausser den 3 grossen Hotels, wie Hamaca, Dominican Bay und Don Juan gibt es jede Menge kleinere Hotels und ebenfalls ein reiches Angebot an privaten Unterkünften in den verschiedensten Preislagen. In Boca Chica findet ihr ausserdem noch: Banken, Poststelle, Western Union, Polizeistation, Touristenpolizei, Kirchen, Supermärkte und Colmados (Colmado sind Geschäfte, die fast ausschliesslich dominikanische Waren führen), Gift-shops, Ausflug-Anbieter, Geld-Wechselstuben, Kodak-Filmentwicklung, Apotheken, Internetcafés, Telefonshops, Ärzte usw.
In den Sommermonaten ist der Strand am Wochenende sehr bevölkert. Viele Einheimische kommen von Santo Domingo oder San Pedro zum Baden. Logischerweise ist es dann auch besonders laut, denn die Dominikaner sind nun mal ein lautes Volk. Leise Töne sucht man hier fast vergebens. Viele bringen ihre Musik mit und von überall plärren die Lautsprecher. Kindergeschrei und oft hitzige Diskussionen (meist über Politik) vervollständigen dann das Bild. Als ruhesuchender Europäer sollte man in dieser Zeit den Strand meiden. Besonders schlimm ist es in der Semana Santa. Das ist die Woche, in die Ostern fällt. Da findet sich am Strand kaum noch ein freies Plätzchen. Aber das ist dominikanisches Leben pur und das mal erlebt zu haben gehört eigentlich in jeden Urlaub. In den Wintermonaten ist der Strand auch am Wochenende nicht stark von Einheimischen besucht. Der Mehrheit der Dominikaner ist dann das Wasser zu kalt zum Baden. Den langjährigen Residenten geht es meistens genau so.
Boca Chica eignet sich hervorragend für Individual-Urlauber. Das kleine Städtchen hat man schnell erkundet und wenn man nicht gerade im AI-Hotel wohnt, steht man mitten im dominikanischen Leben. Residenten aller Herren Länder fühlen sich hier wohl und leben oft schon viele Jahre in diesem Ort.
Einen Tipp noch zum Schluss: Von ca. November bis Mitte Januar häufen sich überall im Land die Überfälle und Diebstähle. Besonders natürlich in den Touristenzentren der ganzen Insel. Wer in dieser Zeit reist sollte keinen teuren Schmuck tragen und nicht mit gut gefülltem Geldbeutel herumlaufen. Die Damen verzichten mal auf ihre geliebte Handtasche und tragen Schlüssel und Geld in verschiedenen Taschen der Kleidung. Den Herren sei angeraten, ihr Geld auch auf verschiedene Taschen der Kleidung zu verteilen. Nehmt immer nur so viel Geld mit, wie ihr auch auszugeben bereit seid. Seid höflich und freundlich zu den Einheimischen (auch wenn sie mal „nerven„) und behandelt sie nicht „von oben herab„, dann sollte einem unbeschwerten Urlaubsvergnügen nichts weiter im Wege stehen.
In diesem Sinne „Bienvenido in Boca Chica„!
Boca Chica Straßenkarte
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Danke an Hany ( Jardin de Hany ) Boca Chica für die Bereitstellung von Bildern und Bericht












