News aus dominikanischen Zeitungen
Hier wird auf Neuigkeiten in der dominikanischen Presse hingewiesen.
Eine kurze, ins deutsche übersetzte Einleitung sowie ein Link zum Originaltext der entsprechenden Publikation.
An dieser Stelle möchten wir uns beim Landeskenner, dem Foren-Moderator "Jossi" für das durchforsten der dominkanischen Zeitungen, nach wissenswertem und interessantem sowie das zusammenfassen des Orginaltextes in einer Kurzmeldung bedanken.
Teilweise findet im Forum dazu eine interessante Diskussion statt auf die wir dann an der entsprechenden Stelle verlinken werden.
Bizarr: pizzaras digitales
Eine wirklich bizarre Nachricht in der Zeitung "Hoy":
Das dominikanische Erziehungsministerium, "educación", das dafür bekannt ist, daß es seit Jahren über Monate mit der Bezahlung von immensen Telefonrechnungen in Verzug ist, will 500 "pizzaras digitales", elektronische Tafeln, "smart boards", anschaffen. Unter diesen Bezeichnungen laufen ganz verschieden ausgelegte Systeme mit sehr unterschiedlichen Anschaffungskosten. Der Gerätetyp, der angeschafft werden soll, wird nicht benannt. Für welche Einrichtungen diese Geräte vorgesehen sind, steht auch nicht in der Zeitung. Die runde Zahl 500 sagt schon, daß keine Bedarfsanalyse vorgenommen wurde.
Der Artikel ist voll von Phrasen der Kultusministerin, die deren Ahnungslosigkeit offenbaren. Über die voraussichtlichen Anschaffungskosten hat sich die Ministerin ausgeschwiegen. Schulungs- und Unterhaltskosten sind beträchtlich. Die im Artikel genannte amerikanische Firma eBeam bietet billige Systeme ab 2000 USD. Für eine Systemeinheit kann soviel Geld ausgeben werden, daß damit ein Schulgebäude für eine kleine "escuela básica" hingestelt werden könnte.
Täglich finden sich in den dominikanischen Zeitungen Berichte über fehlende Klassenräume. Schulgebäude verfallen bereits im eingestellten Rohbau. Lehrer unterrichten ihre Schüler in einsturzgefährdeten Hütten. Der Fußboden bietet gelegentlich die einzige Sitzgelegenheit. Ausreichend Lehr- und Lernmaterial stehen nur an wenigen privilegierten Schulen zur Verfügung.
Disskussion im Forum
Schwere Krads
Im Problemstadtteil Capotillo, wo es in der Vergangenheit immer wieder zu Bandenkriminalitaet und Aufruhr kam, wird die Polizei nun mit 14 Harley-Davidson-Motorraedern (Stueckpreis 17,000 U$) patrouliieren.
Zeitungsbericht
Das wird die Kriminellen sicher schwer beeindrucken ....
Zeitungsbericht
Die Aufrüstung der dominikanischen Polizei hat ein gewaltiges Medieninteresse gefunden, und einen Sturm der Entrüstung in der Bevölkerung ausgelöst, der durch zahllose Leserbriefe fegt:
Zeitungsbericht
Zum Einsatz kommt die Harley Davidson, Modell "Road King":
Modelljahr 2005, 1450 Kubik, 67 PS, 160 Km/h Spitze, 7 Liter Normal auf 100 km.
Werbespruch: "King of the Road." Er wird von der Polizei in den USA gerne gefahren. Der Basispreis liegt in den USA bei etwa 16.000 Dollar.
Zum Streifendienst in den engen, verkommenen Gäßchen des Armenviertels Capotillo ist der Road King nicht zu gebrauchen. Dieser Riesenschlitten käme dort nur in Schrittgeschwindigkeit voran, und würde bestenfalls mit Steinen beworfen. Die kleinen Ganoven fahren kleine spritzige "saltamontes". Davon hätte die Polizei 10 neue zum Preis einer Road King bekommen.
Zur Verbrecherjagd sind diese Luxusgefährte auch nicht gedacht. Sie werden als Escorte von Präsidenten jeglicher Art auftauchen. Privilegierte Polizeioffiziere werden damit ihre "novia" spazieren fahren.
Disskusion im Forum