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Arbeiten

Viele sehen in jedem ihrer Urlaube immer wieder das Schild, günstiges aber gutgehendes Lokal zu vermieten, oder Feldarbeiter gesucht ect.
Arbeit zu finden ist ein ziemlich heikles Thema.
Man sollte schon einen Beruf haben, der im Lande gebraucht wird.
Heizungsbauer zählt sicherlich nicht dazu.
Doch werden immer wieder Elektriker, Maurer oder Dachdecker gesucht sowie auch Köche Automechaniker, oder andere Berufe die das Handwerkliche Geschick benötigen.
Gesucht werden diese Berufe in vielen Gegenden der Dominikanischen Republik.
Wer sein Handwerk beherrscht und zudem noch zuverlässig und ohne Abzocke arbeiten geht, und das dazu dann die ganze Woche, der kann sich einen Namen machen und auch davon leben, denn an zuverlässigen Leuten mangelt es in der Dominikanischen Republik.

Geschäfte zu machen in der Selbstständigkeit, erfordert auf jeden Fall einen gesunden Menschenverstand und Kaufmännisches denken.
Ein Lokal das länger zum Verkauf steht, tut es bestimmt nicht weil es so gut läuft.
Sicherlich kann man sagen das alles Ausbaufähig ist, aber dabei sollte man auch immer auf die perfekte Lage im Touristengebiet oder Landesinnerem achten.
Es gibt einige die es auf diese Art und weise geschafft haben und mit Bars oder Colmados ihr überleben sichern, aber auch viele andere die nach kurzer Zeit wieder nach Deutschland zurück müssen.

Man muss sich immer vor Augen halten, das viele Auswanderer die über den großen Teich fliegen mal eben bei ihren erzählungen vom Hilfsarbeiter zum Meister aufsteigen.
Wenn dann vor Ort aufgrund der Erzählungen auch mal Leistungen verlangt wurden, gab es schon Leute die ziemlich übel aufgefallen sind.
Wenn man also auf den Konsum oder Arbeitgeber in diesem Lande angewiesen ist, sollte man mit offenen Karten spielen.

Viele denken sich einfach:
Gehe ich in ein Hotel und mache das gleiche wie die Einheimischen, spiele ich den Animateur arbeite an der Rezeption oder mache den Oberkellner.
Dabei sollte man eines bedenken.
Dominikaner die in Hotels arbeiten, gehören zur Mittelschicht.
Die Mittelschicht in diesem Lande ist immernoch sehr schlecht bezahlt.
Manche Hotelarbeiter arbeiten von morgens 9:00 bis nachts um 1:00 Uhr.
Das ganze dann nicht selten zwei Wochen an einem Stück.
Ob das auf die Dauer das wahre Karibische leben ist, muss jeder mit sich selber ausmachen, allerdings sollte jeder der mit diesem Gedanken spielt sich vorher überlegen, ob die Kondition das auf die Dauer mitmacht.

Leute die nur für kurze Zeit meist nicht mehr als Sechs Monate an einem Stück in die Dominikanische Republik gehen, machen auch ein Praktikum in einem Hotel.
Meist sind diese Stellen aber recht dünn gesäht, das Land hat viele arbeitslose, und meistens stellt man lieber Einheimische ein, da diese über mehr Kondition andere Mentalität oder eine Residenzia verfügen.

In vielen Touristengebieten werden in der letzten Zeit arbeitende Ausländer kontrolliert, ob diese über eine Residenzia verfügen.
Ohne Residenzia ist eine Arbeitsaufnahme in der Dominikanischen Republik illegal.

Man sollte auch diverse Angebote beachten, die man desöfteren im Netz findet.
Ich erinnere an eine Anzeige aus dem Süden der Insel im Netz.
Da suchte eine Tauchfirma Tauchlehrer zur Festanstellung.
Das Geld für die Flugtickets mussten im vorraus an die Tauchfirma überwiesen werden und sollten dann am Flughafen hinterlegt werden.
Ebenso musste die Zimmermiete im vorraus über mehrere Monate an diese Tauchfirma überwiesen werden.
Einige Leute haben sich dann am Flughafen getroffen und stellten fest, das garkeine Tickets hinterlegt worden sind.
Die vermeindliche Tauchirma existierte überhaupt nicht.
Jeder hatte seine Wohnung bereits in Deutschland aufgelöst und sein Hab und Gut verkauft.
Das soll jetzt nicht heissen das alle Tauchfirmen in der Dominikanischen Republik krumme Absichten haben, sondern einfach nur aufzeigen das es auch Leute gibt, die sich mit deinem Traum dem auswandern, die Taschen voll machen.

Es geht sich hier nicht darum rosarote Träume zerstören zu wollen.
Sondern einfach mal aufzuzeigen, wie es einem ergehen kann wenn man seinen Traum nicht leben kann.
Folgender Bericht zählt dazu.

Bericht eines Aussteigers

Ich kann nur sagen, dass ich die vielen Klagen über die Sozialämter kaum glauben kann, so wie mir dort geholfen wurde.
Ich bin letztes Jahr mit meiner Frau und den Kindern von der Dominikanischen Republik zurück nach Deutschland gekommen, weil unser Hotel zuletzt nichts mehr abwarf und vom Erlös grad mal die Schulden zu zahlen waren. Von unserem letzten Geld haben wir die Tickets gekauft und dann nichts wie ab. Eigentlich dachten wir bei Freunden unterzukommen, was aber wegen eines Todesfalles dort nicht klappte. Morgens um 10 angekommen habe ich mich verzweifelt direkt ans Sozialamt gewandt. Und dann habe ich festgestellt, dass es doch noch gute Menschen in Deutschland gibt. Der Sachbearbeiter (SB) hat uns für 3 Nächte bei einem Sozialverein von Bürgern untergebracht und erst mal mit etwas Geld für Lebensmittel versorgt. Am nächsten Tag sollte ich dann mit einem Mentor vom Sozialverein wiederkommen. Der SB hat dann 2 Std. lang den kompletten Antrag aufgenommen. Ständig fragte er nach, ob noch dies und das benötigt werde und hat dann wieder einen Scheck ausgestellt. Anschließend hat er mich zur Abteilung für den Wohnungsbedarf gebracht. Noch am gleichen Tag hatten wir nach Besichtigung den Mietvertrag in der Tasche. Über eine soziale Arbeitsfirma haben wir am nächsten Tag schon die notwendigsten Möbel bekommen (nicht Design aber neu und stabil). Die Rundfunkgebühren mussten uns nicht kümmern, da hat der SB sich schon gekümmert.
Kleidung, Möbel, Wohnung und ... wir hätten nicht gedacht, dass das noch zu toppen sei. Aber Anfang Dezember kam der absolute Hammer. Mit der Monatszahlung kam noch ein Extra-Betrag. Ich dachte, man hätte sich vertan und bin direkt hin. Kaum zu glauben, sagte mir der SB doch, dass es sich um "Weihnachtsgeld" handele. Und weil ich grad da sei, er hätte mich am Vortag angeschrieben, dass ich vorbeikommen solle. Er hätte im Antrag aufgenommen dass ich Führerschein Klasse 2 habe, ob ich nicht einen Job haben wolle. Jetzt bin ich ab dem 2.1. bereits in Arbeit. Als ich am ersten Arbeitstag nach Hause kam, haben meine Frau und ich uns feste in den Arm genommen und geweint wie die Schlosshunde.
Wenn ich abends von der Arbeit komme, gehe ich am Sozialamt vorbei und sehe bei meinem SB noch Licht und manchmal sieht man, wie er grade durch den Raum geht. Dann überlege ich, ob man nicht einfach mal eine Flasche Bier einpacken sollte und hingehen sollte um zu sagen "komm, jetzt stoßen wir erst mal auf Dein Wohl an". Auf jeden Fall brauche ich die Sozialhilfe nur noch bis zum 31. Dann bekommt die Firma noch 2 Monate Lohnkostenzuschuss und dann haben wir endlich wieder Normalität in unserem Leben.
Und irgendwann packe ich mir 2 Flaschen Bier für den Heimweg ein. Eine davon ist für mich...